Die Falle der unglücklichen Liebe

Die Falle der unglücklichen Liebe, 29.04.2005

Was macht er? Was macht sie?
Liebe und das "siebte Haus"


Wer traurig verliebt ist, wer plötzlich verlassen wurde oder feststellen muss, dass seine Liebe nicht in gleichem Maße erwidert wird, neigt dazu, sich Fragen über den Partner / die Partnerin zu stellen:
  • Liebt er / sie mich?
  • Wird er / sie sich melden?
  • War er / sie ehrlich zu mir?
  • Was denkt er / sie?
  • Was wird er / sie tun?
  • Und so weiter.
Manchmal fühlt man in solch einer Situation den Impuls, einen Astrologen anzurufen und diesem Fachmann all die oben genannten Fragen zu stellen, die man eigentlich lieber seinem Schatz stellen möchte. Der Astrologe soll dann Auskunft geben, ob die Beziehung noch eine Chance hat und wie der / die Angebetete denkt, fühlt und handelt.

Doch mit diesem Ansinnen stoßen wir an die Grenzen der Astrologie – auf jeden Fall aber an ihre ethischen Grenzen. Eine astrologische Beratung darf nicht mit einer Auskunftsdatei über Dritte verwechselt werden. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie wüssten, dass man ohne Ihre Zustimmung über Ihre Empfindungen und inneren Wünsche spricht? Es versteht sich von selbst, dass eine Frage wie "Was denkt er / sie?" von seriösen Kollegen nicht beantwortet wird.

Liebe - ein Mysterium
Stattdessen ist es angebracht, die Aufmerksamkeit wieder auf sich selbst zu lenken. Was passiert bei dem Menschen, dessen Liebe scheinbar oder tatsächlich nicht erwidert wird? Er konzentriert sich ganz und gar auf seine/n "Erlöser/in". Ob er / sie kommt oder nicht, anruft oder nicht, schreibt oder nicht scheint außerhalb des eigenen Wirkungsspektrums zu liegen. Abhängig vom Handeln des Gegenübers bleibt man in der Passivität des Abwartens. Und wenn er / sie kommt, schreibt oder anruft, wird jedes Wort und jeder Tonfall hinerfragt, gedeutet und mit großer Fantasie interpretiert. Dazu muss man alle Antennen auf ihn / sie eintunen: wie klang seine / ihre Stimme? Warum hat er / sie die SMS gerade jetzt geschrieben? Warum nicht gestern, früher, später? Wieso hat er / sie die Mail mit "Tschö" beendet, obwohl er / sie sonst immer "Ciao" schreibt?
Tausend Fragen, mit denen man sich das Hirn matern kann. Das Hirn, aber auch das Herz.

Bei allen Fragen sind wir mit der Aufmerksamkeit beim Partner / bei der Partnerin, nicht mehr bei uns selbst. Meist ist dies mit einer Schutzfunktion verbunden: denn dem unglücklich Verliebten geht es in der Regel schlecht. Sich dem eigenen Unwohlsein zu stellen scheint unerquicklich und schmerzhaft. Da ist es allemal besser, sich über den Tagesablauf des / der Angehimmelten Gedanken zu machen.

Astrologisch finden wir dies in der Symbolik des siebten Hauses wieder.* Es ist der Bereich in der Horoskopgrafik, den wir mit Kontakten und Beziehungen in Verbindung bringen. Das siebte Haus liegt dem ersten Haus genau gegenüber. Das erste Haus entspricht dem "Ich", das siebte dem "Du". Nichts ist vom "Ich" weiter entfernt als das "Du" – jedenfalls astrologisch gesprochen. In dem Moment, wo ich meine ganze Energie auf das "Du" konzentriere, entferne ich mich vom "Ich", von mir selbst.
Doch das erste Haus symbolisiert nicht nur salopp das "Ich", sondern auch die Aktivität und den Tatendrang. Wir bringen es mit dem Tierkreisabschnitt Widder in Verbindung, der einen Handlungsimpuls in sich trägt. Je mehr ich mich also vom Haus eins, vom "Ich" entferne, um so mehr entferne ich mich zugleich von meinen eigenen Handlungsmöglichkeiten.

Liebe
Astrologische Beratung kann nun genau hier einsetzen: wir führen sanft wieder zurück zum Ich, zu dem eigenen Handlungsspielraum. Dann sind nicht mehr Fragen nach dem Partner / der Partnerin entscheidend, sondern nach den eigenen Möglichkeiten. Aus der Ohnmacht kann man erwachen und selber die Dinge wieder in die Hand nehmen. Nicht mehr stundenlang neben dem Telefon warten, dass er / sie anruft, sondern selbst den Lauf der Dinge mitgestalten.

So stellen sich auf einmal neue Fragen, wie z.B.
  • Was kann ich tun?
  • Warum fasziniert mich dieser Mensch derart?
  • Welche verborgenen Sehnsüchte werden bei mir geweckt?
  • Wie schaffe ich Klarheit?
  • Warum weiche ich einer Konfrontation aus?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, dem Partner / der Partnerin meine Empfindungen zu zeigen?
  • Möchte ich das überhaupt?
  • Wie kann ich die ins Stocken geratene Situation meistern?
  • Was kann ich aus der Begegnung lernen?
  • Welche Ressourcen setzt diese vertrackte Gemengelage aus schönen und unschönen Gefühlen frei?
  • Was eigentlich steht hinter dem Ganzen? Welche Bedeutung hat diese Begegnung?
  • Und so weiter
Das siebte Haus, dessen Anfang in der astrologischen Fachsprache "Deszendent" genannt wird, ist zugleich der Ort des Sonneuntergangs. Hier verschwindet das Licht. Umgangssprachlich sagen wir auch "der Stern geht unter", was meist nichts Gutes bedeutet. Anders der gegenüberliegende Punkt, der Anfang des ersten Hauses, in der Astro-Terminologie "Aszendent" genannt. Das Wort Aszendent kommt vom Lateinischen "ascendere", was so viel bedeutet wie "aufgehen, aufsteigen". Es ist der Ort des Sonnenaufgangs – hier geht mein Stern auf. Ich komme in meine Kraft.

In einer astrologischen Beratung können Sie sich diesen individuellen Kraftpunkt zeigen lassen. Ich führe Sie sanft an Ihre eigenen Möglichkeiten heran. Sie sind nicht länger auf den guten Willen Ihres Gegenübers angewiesen. Sie können handeln! Mitunter führt der Weg dorthin über eine dunkle Straße. Denn wir müssen ja vom Ort des Sonnenuntergans zum Ort des Sonnenaufgangs – also durch die dunkle Nacht. Dabei begegnet man manchmal seinen eigenen Gespenstern. Sie kennen das: die Kleidung über dem Stuhl wirkt in der Nacht wie ein Dämon, bei einer Nachtwanderung durch den Wald sieht und hört man hinter jedem Baum einen Übeltäter. Es sind die eigenen Befürchtungen, Sorgen und Ängste, die hier im Dunkeln widergespiegelt werden. Wer sich aus der Verflechtung mit dem / der Angebeteten befreien will, kommt um die Begegnung mit sich selbst, manchmal eben auch mit der Begegnung unangenehmer Persönlichkeitsanteile, nicht herum. Dann werden Ängste klar, die zu der verzwickten Situation überhaupt erst geführt haben; zum Beispiel
  • Ich habe Angst, nicht liebenwert zu sein.
  • Ich fürchte mich vor Sexualität.
  • Ich verliebe mich "absichtlich" in unerreichbare Personen, weil ich Nähe zugleich sehne und fürchte.
  • Und so weiter.
Doch es lohnt sich, den Weg vom Sonnenuntergang zum Sonnenaufgang zu gehen. Es ist ein Reinigungsweg. Wie beim Nachtschlaf können Sie Kraft schöpfen für einen neuen Tag, für einen Neuanfang. Ist die hinter dem Verliebtsein liegende Dynamik erst einmal offenbar, verlieren die genannten Ängste zugleich an Intensität. Denn Bewusstheit ist bereits Teil der Lösung. Bewusstheit wird (nicht nur) in der Astrologie mit dem Licht in Verbindung gebracht: das helle Licht der Erkenntnis. Wo Licht ist, haben Ängste, Gespenster und Dämonen keine Chance. Bei Licht betrachtet erkennen Sie, dass der Dämon in Ihrem Schlafzimmer nichts anderes ist, als die Kleidungsstücke, die über der Stuhllehne liegen. Sie können darüber lächeln und die Kleidung in den Schrank hängen.

Schaffen Sie Ordnung! Auch in Ihrem Beziehungsleben. Astrologische Beratung ist eine Möglichkeit, Sie dabei zu unterstützen. Sanft und aktivierend zugleich.

Holger Alfred Ludwig Faß
Telefon: 0221 – 870 46 43


* Eine Horoskopgrafik wird in zwölf Bereiche eingeteilt, die man "Häuser" oder "Felder" nennt. Da das Horoskopbild kreisförmig angeordnet ist, gibt es zu jedem Haus ein Gegenhaus, was in der Horoskopgrafik genau gegenüber liegt. Zum weiteren Verständnis des Textes sind jedoch Kenntnisse der fachlichen Details nicht nötig.



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