Energien lebendig werden lassen
Energien lebendig werden lassen, 22.07.2004
Hier kommt eine Seminarteilnehmerin zu Wort. Sonja besuchte eine Horoskopaufstellung und beschreibt, was sie dort erlebte:
Lebendige Astrologie mit Holger oder wie man lernt, Energie lebendig werden zu lassen.
Einen Tag mit Horoskop-Aufstellung
Es ist anders, als zuvor. Es ist klar. Es ist wie Perestroika für die Seele.
Was ES ist?
Das, was jeder für sich selbst raus findet, wenn er sich eingelassen hat, auf die Erfahrung einer Horoskop-Aufstellung. Ein Prozess der Wandlung, des Umbaus, etwas, das beginnt, wenn die Energien neu spürbar sind. Es dauert, bis es durchbricht. Es beginnt mit einem Spiel.
Ein großes, weißes, rundes Tuch liegt am Boden. Eine Radix. Schwarze Linien markieren den Tierkreis, bunt aufgemalte Zeichen symbolisieren die Sternenenergien. Wir sitzen im Kreis um das Tuch. Sehen gespannt zu, wie Holger das Tuch für Saskia zu ihrem eigenen Bild werden lässt. Er zieht lange Schnüre quer durch den Kreis, so werden die Achsen, so werden die Häuser sichtbar. Der Aszendent liegt selbst hier im kleinen Raum am Osthorizont. Die große Ordnung muss sich eben auch im Kleinen spiegeln. Dann finden die Filzstück großen Planeten ihren Platz im Bild.
Wir sitzen drum herum – die einen unruhig, die andern gespannt, einige recht cool oder selbstsicher, eine gibt den Clown. So unterschiedlich sind wir, wie Menschen sich eben zeigen in ihrem Wesen. Ein paar kennen sich von anderen Workshops, andere sehen sich zum ersten Mal.
Holger leitet das Stellen klar. Er ist ganz da, und doch übergeordnet. Was er sagt, wendet sich an den Einzelnen, und doch fühlt sich jeder angesprochen. Er gehört dazu und macht sich doch nicht gemein mit allen. Es ist eine angenehme Balance zwischen Distanz und Nähe. Nur braucht man etwas, bis man versteht, woran es liegen könnte. Er sagt, "ich bitte Dich, schließe jetzt mal die Augen und lass Deinen Atem ruhig werden…". Ja, wer ist denn gemeint? Wer ist das Du? Ich? Oder die andere? Oder er? Oder alle? Irritation macht sich breit. Fragen, warum sprichst Du so? Doch Holger bleibt dabei – und jeder gewöhnt sich daran, dass er das Du für den anderen ist.
Saskia möchte Zugang zu ihrer Venus-Kraft finden. Sie hat sich vorher schon mit ihrer Astrologin besprochen, dass dies ein Thema sein könnte, um wieder einen Schritt "ganzer" im Leben sein zu können. Holger bittet sie, einmal um die Radix zu laufen, zu spüren, ob sie spürt. Zu fühlen, wo sie nichts fühlt.
Wir schauen zu. Manche kennen das vom Familienstellen oder anderen systemischen Aufstellungen. Sie wissen, dass sich da was tut. Andere bleiben skeptisch - was soll das sein? Saskia sagt, das sei komisch. Sie tappt um den Kreis, tippt mit der Zehenspitze auf ihre Venus, läuft wieder davon. Sie weiß nicht, sagt sie. Sie will raus. Holger bittet Saskia, einen der Umsitzenden auf ihre Venusposition zu führen. Susan steht dort ein und fühlt in sich.
Saskia bittet noch einige andere auf ihre Positionen: Uranus, Pluto, Saturn, IC, MC – es entsteht ein dichtes Gedränge – die einen wollen nichts mit den anderen zu tun haben. Die andern beschimpfen sich gegenseitig in diesem Kreis. Und die Venus? Sie fühlt sich missverstanden. Susan will weg aus ihrer Position, will dorthin, wo die MC-Stellvertreterin steht. Aber sie kann nicht. Sie fühlt sich verpflichtet, gebunden.
Holger umwindet die Familie mit einer Schnur.
Susan fühlt sie sich nun so richtig traurig. Sie meckert vor sich hin und bleibt doch bei ihrer Planeten-Familie. Susan findet tausend Ausreden, warum sie diese nicht verlassen kann und warum sie doch nicht auf sie hört. Es ist für alle anstrengend. Erschöpft sinkt der eine zusammen, versauert, weil er nicht gehört wird. Aggressiv kämpft der andere weiter. Keiner kann den andern einfach anschauen.
Bis Holger mit kleinen Fragen Ruhe ins Geschehen bringt. Liebe Venus, warum schaust Du Deine Planeten-Familie im Rücken nicht an? "Will nicht". "Hab Angst." "Die sind so mächtig". Liebe Venus, was macht es mit Dir, wenn Du Dich festhalten kannst? Er reicht einen Stock. Susan grapscht nach dem festen Griff. Liebe Venus, wohin gehst Du, wenn Du doch allein sein wolltest? Susan saust auf ihren Deszendent. Dann kriegt sie Angst, fühlt sich allein und saust wieder zurück hinter die geschnürte Absperrung zu ihrer "Familie". Denen macht sie Vorwürfe, weil die sie nicht loslassen.
Für Susan wird der Stellvertreterinnen-Job ziemlich intensiv. Eigentlich ist sie doch nur Seminar-Teilnehmerin. Doch sie fühlt sich tief verbunden mit dem Leben von Saskia. Und Saskia beobachtet leicht erschreckt, wie Susan ihr die eigene innere Zerrissenheit vorführt.
Holger bittet die Venus-Susan, ihre Planeten-Familie anzuschauen. Nach etwas Widerstand geht das. Dann fordert er Susan auf, um etwas mehr Achtsamkeit für ihre Position in der Familie zu bitten. Es dauert etwas. Susans Stimme ist belegt. Dann wird sie klarer. Zum Schluss kann sie mit fester Stimme bitten: "Ich bitte Euch um mehr Zuwendung und Achtsamkeit."
Alle Stellvertreter dürfen wieder aus dem Kreis treten, dürfen wieder normale Seminarteilnehmer sein. Saskia verzieht sich aufgewühlt in eine Ecke. Irgendwas in ihr ist angesprochen. Viele Fragen tun sich auf. Doch alle Antworten hatte sie sich schon mal gegeben. Waren es Antworten oder Ausreden? – Sie weiß es nicht.
Holger bittet sie, doch den Kopf jetzt einfach abzuschalten. Das Gefühl, dass da was stimmte in dem Bild, das sie vorgeführt bekam, wird ihr schon eine Antwort geben. Sie möge es jetzt nicht zerreden. Vielleicht gibt es in Träumen Antwort. Vielleicht fühlt sie sich bald besser; also, fühlt sich selbst bald besser.
Manche von uns schauen sich ratlos an – wieso gibt es keine glatten Antworten und Lösungen? Kein Rezept, für die nächsten Verhaltensstrategien? Auch da muss man also selbst weiterarbeiten.
Der Tag vergeht. Fünf von uns haben sich auf diese Weise mit ihrer eigenen inneren Persönlichkeit auseinandergesetzt. Fünf von uns sind am Abend mehr oder weniger neu ausgerichtet. Getuned in ihrer Frequenz, wie ein Radio. Die eigene Wellenlänge summt etwas deutlicher. Holger führte uns sanft dahin, die eigene Kraft anzuschauen. Egal, ob es Venus oder Mars ist, ob Uranus alles durcheinander wirft oder der Mond einem die Gefühle auf und ab bewegt.
Wie, wohin es nun im Leben geht – das ist jetzt der Prozess, der eingesetzt hat. Es ist spürbar. Es macht ein bisschen unsicher. Es fühlt sich gut an.
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Lebendige Astrologie mit Holger oder wie man lernt, Energie lebendig werden zu lassen.
Einen Tag mit Horoskop-Aufstellung
Es ist anders, als zuvor. Es ist klar. Es ist wie Perestroika für die Seele.
Was ES ist?
Das, was jeder für sich selbst raus findet, wenn er sich eingelassen hat, auf die Erfahrung einer Horoskop-Aufstellung. Ein Prozess der Wandlung, des Umbaus, etwas, das beginnt, wenn die Energien neu spürbar sind. Es dauert, bis es durchbricht. Es beginnt mit einem Spiel.
Ein großes, weißes, rundes Tuch liegt am Boden. Eine Radix. Schwarze Linien markieren den Tierkreis, bunt aufgemalte Zeichen symbolisieren die Sternenenergien. Wir sitzen im Kreis um das Tuch. Sehen gespannt zu, wie Holger das Tuch für Saskia zu ihrem eigenen Bild werden lässt. Er zieht lange Schnüre quer durch den Kreis, so werden die Achsen, so werden die Häuser sichtbar. Der Aszendent liegt selbst hier im kleinen Raum am Osthorizont. Die große Ordnung muss sich eben auch im Kleinen spiegeln. Dann finden die Filzstück großen Planeten ihren Platz im Bild.
Wir sitzen drum herum – die einen unruhig, die andern gespannt, einige recht cool oder selbstsicher, eine gibt den Clown. So unterschiedlich sind wir, wie Menschen sich eben zeigen in ihrem Wesen. Ein paar kennen sich von anderen Workshops, andere sehen sich zum ersten Mal.
Holger leitet das Stellen klar. Er ist ganz da, und doch übergeordnet. Was er sagt, wendet sich an den Einzelnen, und doch fühlt sich jeder angesprochen. Er gehört dazu und macht sich doch nicht gemein mit allen. Es ist eine angenehme Balance zwischen Distanz und Nähe. Nur braucht man etwas, bis man versteht, woran es liegen könnte. Er sagt, "ich bitte Dich, schließe jetzt mal die Augen und lass Deinen Atem ruhig werden…". Ja, wer ist denn gemeint? Wer ist das Du? Ich? Oder die andere? Oder er? Oder alle? Irritation macht sich breit. Fragen, warum sprichst Du so? Doch Holger bleibt dabei – und jeder gewöhnt sich daran, dass er das Du für den anderen ist.
Saskia möchte Zugang zu ihrer Venus-Kraft finden. Sie hat sich vorher schon mit ihrer Astrologin besprochen, dass dies ein Thema sein könnte, um wieder einen Schritt "ganzer" im Leben sein zu können. Holger bittet sie, einmal um die Radix zu laufen, zu spüren, ob sie spürt. Zu fühlen, wo sie nichts fühlt.
Wir schauen zu. Manche kennen das vom Familienstellen oder anderen systemischen Aufstellungen. Sie wissen, dass sich da was tut. Andere bleiben skeptisch - was soll das sein? Saskia sagt, das sei komisch. Sie tappt um den Kreis, tippt mit der Zehenspitze auf ihre Venus, läuft wieder davon. Sie weiß nicht, sagt sie. Sie will raus. Holger bittet Saskia, einen der Umsitzenden auf ihre Venusposition zu führen. Susan steht dort ein und fühlt in sich.
Saskia bittet noch einige andere auf ihre Positionen: Uranus, Pluto, Saturn, IC, MC – es entsteht ein dichtes Gedränge – die einen wollen nichts mit den anderen zu tun haben. Die andern beschimpfen sich gegenseitig in diesem Kreis. Und die Venus? Sie fühlt sich missverstanden. Susan will weg aus ihrer Position, will dorthin, wo die MC-Stellvertreterin steht. Aber sie kann nicht. Sie fühlt sich verpflichtet, gebunden.
Holger umwindet die Familie mit einer Schnur.
Susan fühlt sie sich nun so richtig traurig. Sie meckert vor sich hin und bleibt doch bei ihrer Planeten-Familie. Susan findet tausend Ausreden, warum sie diese nicht verlassen kann und warum sie doch nicht auf sie hört. Es ist für alle anstrengend. Erschöpft sinkt der eine zusammen, versauert, weil er nicht gehört wird. Aggressiv kämpft der andere weiter. Keiner kann den andern einfach anschauen.
Bis Holger mit kleinen Fragen Ruhe ins Geschehen bringt. Liebe Venus, warum schaust Du Deine Planeten-Familie im Rücken nicht an? "Will nicht". "Hab Angst." "Die sind so mächtig". Liebe Venus, was macht es mit Dir, wenn Du Dich festhalten kannst? Er reicht einen Stock. Susan grapscht nach dem festen Griff. Liebe Venus, wohin gehst Du, wenn Du doch allein sein wolltest? Susan saust auf ihren Deszendent. Dann kriegt sie Angst, fühlt sich allein und saust wieder zurück hinter die geschnürte Absperrung zu ihrer "Familie". Denen macht sie Vorwürfe, weil die sie nicht loslassen.
Für Susan wird der Stellvertreterinnen-Job ziemlich intensiv. Eigentlich ist sie doch nur Seminar-Teilnehmerin. Doch sie fühlt sich tief verbunden mit dem Leben von Saskia. Und Saskia beobachtet leicht erschreckt, wie Susan ihr die eigene innere Zerrissenheit vorführt.
Holger bittet die Venus-Susan, ihre Planeten-Familie anzuschauen. Nach etwas Widerstand geht das. Dann fordert er Susan auf, um etwas mehr Achtsamkeit für ihre Position in der Familie zu bitten. Es dauert etwas. Susans Stimme ist belegt. Dann wird sie klarer. Zum Schluss kann sie mit fester Stimme bitten: "Ich bitte Euch um mehr Zuwendung und Achtsamkeit."
Alle Stellvertreter dürfen wieder aus dem Kreis treten, dürfen wieder normale Seminarteilnehmer sein. Saskia verzieht sich aufgewühlt in eine Ecke. Irgendwas in ihr ist angesprochen. Viele Fragen tun sich auf. Doch alle Antworten hatte sie sich schon mal gegeben. Waren es Antworten oder Ausreden? – Sie weiß es nicht.
Holger bittet sie, doch den Kopf jetzt einfach abzuschalten. Das Gefühl, dass da was stimmte in dem Bild, das sie vorgeführt bekam, wird ihr schon eine Antwort geben. Sie möge es jetzt nicht zerreden. Vielleicht gibt es in Träumen Antwort. Vielleicht fühlt sie sich bald besser; also, fühlt sich selbst bald besser.
Manche von uns schauen sich ratlos an – wieso gibt es keine glatten Antworten und Lösungen? Kein Rezept, für die nächsten Verhaltensstrategien? Auch da muss man also selbst weiterarbeiten.
Der Tag vergeht. Fünf von uns haben sich auf diese Weise mit ihrer eigenen inneren Persönlichkeit auseinandergesetzt. Fünf von uns sind am Abend mehr oder weniger neu ausgerichtet. Getuned in ihrer Frequenz, wie ein Radio. Die eigene Wellenlänge summt etwas deutlicher. Holger führte uns sanft dahin, die eigene Kraft anzuschauen. Egal, ob es Venus oder Mars ist, ob Uranus alles durcheinander wirft oder der Mond einem die Gefühle auf und ab bewegt.
Wie, wohin es nun im Leben geht – das ist jetzt der Prozess, der eingesetzt hat. Es ist spürbar. Es macht ein bisschen unsicher. Es fühlt sich gut an.
Text von Sonja Still.
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