Tag der Astrologie: Erfolg in Bonn

Tag der Astrologie: Erfolg in Bonn, 30.03.2008

    
Seit letztem Jahr wird der Tag der Astrologie auf Initiative des Deutschen Astrologenverbandes (DAV) gefeiert. Auserkoren dafür ist der 20. März; also Frühlingsanfang, oder, astrologisch gesagt, jene Zeit, in der die Sonne das Tierkreiszeichen Widder betritt. In zahlreichen Städten fanden Veranstaltungen zum Tag der Astrologie statt; in Bonn organisierte die Regionalstelle des DAV eine umfangreiche und schöne Veranstaltung dazu. Diese fand gestern statt und ich durfte mich glücklich schätzen, als Referent geladen zu sein.

Im Albert-Schweitzer-Haus war liebevoll alles gut vorbereitet. Der Versammlungssaal war bereits bis auf die hintersten Reihen gefüllt, als ich dazu kam. Ich muss gestehen: mit so vielen Teilnehmer/innen und Besucher/innen hatte ich gar nicht gerechnet. Schön, dass sich so viele Menschen für die seriöse Astrologie interessieren. Gründe dafür gab es gestern in Bonn mehr als genug.

Allem voran natürlich die hochkarätigen Referent/innen, die in verständlicher Form eine ganze Bandbreite astrologischer Themen abdeckte. Der Astrologe und Schauspieler Axel Becker sprach über
tl_files/bilder_inhalte/pfeil.gif Pluto im Steinbock, eine Konstellation, die uns die nächsten 15 Jahre begleiten wird. Dabei arbeitete er auch interessante historische Wiederhoungen heraus. Als Pluto das letzte mal in das Steinbockzeichen ging, fuhr der jüngst erfundene Dampfmaschinen-Wagen versehentlich ein Loch in die Mauer einer Kaserne. Man konnte das ca. 7 km/h schnelle Ungetüm eben nicht steuern. Als nun diesmal Pluto in das Steinbockzeichen eintrat, wurde erneut ein Loch in eine Mauer gerissen und die Weltpresse informierte darüber: im Gaza-Streifen rissen Palästinenser einen Teil der von den Israelis gebauten Mauer ein. Nehmen wir dies als Symbol, können wir uns fragen, wo in unserem Lebensbereich wir selbst nun aufgefordert werden, Mauern einzureißen.

Marion Röbkes sprach über die Häuserherrscher und auch sie spezialisierte sich auf historische Betrachtungen. Sie zeigte auf, wie sich das System der Häuserherrscher im Laufe der Astrologiegeschichte entwickelte. Sicherlich kein Thema für Astrologie-Anfänger, aber ein Spezialhäppchen für weit Fortgeschrittene.

Ebenfalls ein Thema für Spezialisten sind die Deklinationen als Deutungselement. Ingrid Stachetzki führte sie in ihrem Vortrag vor. Die meisten Astrologen deuten ein Horoskop nur anhand der Planetenstände im Tierkreis, also nach der zodiakalen Länge. Die Planeten bewegen sich aber nicht nur flach wie auf einer Scheibe, sondern sie bewegen sich im Weltall auch nach oben oder unten (Richtung Himmelsnord- oder –südpol) und haben dadurch verschiedene Höhenabweichungen vom Äquator und der Ekliptik. Dadurch verändert sich die Wirkung der Aspekte oder es entstehen Aspektbeziehungen (Parallelen), die man in der normalen Horoskopzeichnung nicht sehen kann. Die Berücksichtigung dieser astrologischen Besonderheit kann sowohl auf der psychologischen wie auch auf der Ebene von Auslösungen jede astrologische Deutung bereichern.
Diesen Ansatz kann ich von meiner alltgäglichen und praktischen Arbeit bestätigen. Eine Konjunktion zweier Planeten auf dem Tierkreis ist ganz anders zu deuten, wenn sie die gleiche Deklination haben. Erst dann kommt es eigentlich zu einer "richtigen" Konjunktion.

Weit angereist aus Hamburg war Rafael Gil Brand, der als Kenner der sogenannten Klassischen Astrologie gilt. Er sprach denn auch über die Kunst der Klassischen Horoskopdeutung und zeigte, welche Unterschiede diese zur modernen, psychologisch orientierten Astrologie aufweisen. So werden beispielsweise die Transsaturnier, also die seit dem 18. Jahrhundert entdeckten Planeten (Zwergplaneten, Asteroiden) Uranus, Neptun, Pluto, Chiron etc. nicht berücksichtigt. Dafür unterscheidet man stärker zwischen Tag- und Nachtgeburten, als das sonst der Fall ist. Erfreulich: es ging in dem Vortrag nicht darum zu zeigen, welches System "besser" sei. Eine Frage, die nur Gräben schafft. Denn niemals wird es das "richtige" System geben. Jede Herangehensweise hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist es daher, möglichst viele Methoden zu kennen, damit man als beratender Astrologe passgenau das nutzen kann, was der Klient / die Klientin benötigt.

Ich selbst sprach über Partnerschaftsastrologie. Ohne die Zuhörer mit allzuviel Theorie zu beladen stellte ich meine Arbeitsweise dar, wenn ich mich auf eine tl_files/bilder_inhalte/pfeil.gif astrologische Paarberatung vorbereite. Ich zeigte auf, dass ich die Frage "Passen wir zuseinander?" in der Form nicht beantworten kann. Denn da muss erst einmal die Gegenfrage kommen: "Passen wofür?"
Was ich aber durchaus mittels der Horoskope herausarbeiten kann ist, wie zwei Menschen miteinander interagieren. Welche Bedürfnisse, Hoffnungen, Wünsche, Impulse etc. bringt jeweils der Einzelne in die Beziehung mit? Und wie verbinden sich diese individuellen Merkmale miteinander? Wo kann es Stolperstellen geben? Und noch wichtiger: Wie gehen Sie damit am besten um? Und schließlich betrachte ich die Beziehung selbst als eigenständige Größe. Denn 1 plus 1 ist eben nicht nur 2, sondern 3. Kommen zwei Menschen zueinander, entsteht etwas Neues, Drittes. Auch das kann astrologisch erfasst werden. Ja für die Beziehung selbst kann man sogar ein eigenes "Geburtshoroskop" erstellen. Das sagt sehr viel über den Auftrag, die Entwicklung und die Chancen und Möglichkeiten einer Partnerschaft aus.
Astrologische Paaranalysen sind nicht nur ein Steckenpferd von mir, sondern auch das Thema, mit dem ich die größten praktischen Erfahrungen habe, weil die meisten Menschen sich mit Beziehungsfragen an mich wenden.

Neben den Vorträgen gab es immer wieder Gelegenheit zu Gesprächen. Eine gemütliche Cafeteria lud mit leckerem Kuchen zum Entspannen und Plaudern ein. Im Garten lockte die warme Frühlingssonne. Überall standen und saßen kleine und größere Grüppchen, die ihre astrologischen Erfahrungen austauschten. Dieser inoffizielle Teil der Veranstaltung war mindestens genau so wichtig wie das Rahmenprogramm.

An die Veranstalter, die Bonner Regionalstelle des DAV, allem voran Ingrid Stachetzki, die sehr viel Zeit und Engagement aufgebracht hat, damit der Bonner Tag der Astrologie Wirklichkeit werden konnte, und auch an das Albert-Schweitzer-Haus, allem voran dem 1. Vorsitzenden Roland Lutz, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Jahr!



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