Was sind "Häuser" im Horoskop?
Was sind "Häuser" im Horoskop?, 28.02.2008
Ein Horoskop ist eine Zeichnung. Auf dieser Zeichnung werden die Planetenstände dargestellt und zwar so, wie sie im Moment der Geburt am Himmel zu sehen waren.
Doch nun sind ja nicht stets alle Planeten am Himmel zu sehen - selbst mit guten Teleskopen nicht. Weil sie beispielsweise zum Geburtsmoment gar nicht über dem Horizont standen. Bei einer Nachtgeburt war die Sonne eben unterhalb des Horizonts und daher am Himmel nicht sichtbar.
Auch das wird in die Horoskopzeichnung eingefügt. Die kreisrunde Zeichnung wird von einem waagerechten Strich durchschnitten, der die Erdoberfläche mit dem West- und Osthorizont symbolisiert. Alles, was sich oberhalb dieser Linie befindet konnte man im Geburtsmoment vom Geburtsort aus am Himmel sehen (vorausgesetzt, man hat gute Augen oder gute Teleskope). Alles, was sich unterhalb dieser Linie befindet, war nicht sichtbar, da, wie die Sonne nachts, "untergegangen".
Damit
haben die Astrologen schon mal eine grobe Einteilung des Horoskoprunds
vorgenommen. Doch diese soll noch verfeinert werden.
Nebst der waagerechten findet man daher noch eine senkrechte Linie. Die Sonne geht schließlich nicht nur am Osthorizont auf und am Westhorizont unter, sondern hat irgendwann am Tag auch ihre höchste Stellung erreicht. Man nennt dies den Kulminationspunkt. Bis dorthin steigt sie auf, dann steigt sie wieder ab. Nachts gibt es ein Äquivalent: den tiefsten Punkt der Nacht. Die senkrechte Linie im Horoskop zeigt die Verbindung dieser beiden Punkte: den höchsten und den tiefsten. Und was für die Sonne gilt, gilt für die anderen Himmelskörper gleichermaßen. Auch sie steigen auf, erreichen ihren Kulminationspunkt, steigen ab, gehen unter und erreichen dort dann ihren tiefsten Punkt.
Jetzt hat der Horoskopkreis bereits vier Abschnitte. Wir nennen dies in der Astrologie-Fachsprache "die vier Quadranten". Sie sind ganz einfach durchnumeriert. Doch nicht so, wie die Sonne sich bewegt, sondern genau anders herum. Der Quadrant, in dem sich die Sonne am Vormittag befindet, ist demnach der 4. Quadrant. Dort, wo die Sonne nachmittags ist, ist der 3. Quadrant. Nach dem Sonnenuntergang befindet sie sich im 2. Quadranten und kurz vor Tagesanbruch dann im 1. Quadranten.
So weit so gut. Doch die Feineinteilung des Kreises in einzelne Segmente kann man noch genauer machen. Jeder Quadrant wird nun nämlich in drei Abschnitte eingeteilt. 4 x 3 = 12. Dadurch ergeben sich also 12 Kreissegmente. Diese Segmente nennt man in der astrologischen Terminologie "Häuser" oder auch "Felder".
Auch sie sind numeriert - ebenfalls wieder gegen den Uhrzeiger. Es gibt also 12 Horoskophäuser. Die Stellung der Sonne sagt etwas darüber aus, zu welcher Tageszeit in etwa der Mensch geboren wurde. Steht die Sonne im 1. Haus, so war sie zum Geburtsmoment kurz vor Sonnenaufgang. Steht sie hingegen im 12. Haus, so hatte der Tag bereits angebrochen und die Sonne bewegte sich knapp über dem Horizont.
Die zwölf Häuser im Horoskop dienen aber nicht in erster Linie der Zeitmessung, sondern es handelt sich um Deutungsfaktoren. Denn jedem Haus wird ein eigener Lebensbereich zugeordnet. Jedes Haus hat sozusagen seine eigenen Themen:
Haus 1
Der Körper, die Erscheinung. Aber auch Durchsetzungsvermögen und Neuanfänge.
Haus 2
Die sinnliche Erfahrungswelt. Aber auch die eigenen Talente, der Selbstwert und das Geld.
Haus 3
Die Kontaktfähigkeit. Zudem Kommunikation und Austausch, und auch die Nachbarn sowie Geschwister.
Haus 4
Der seelische Urgrund. Dazu passend: die Familie und das Zuhause.
Haus 5
Der Bereich der Lebensfreude. Spiel, Spaß und Flirt. Auch Hobbies gehören dazu. Manchmal auch Kinder.
Haus 6
Die Gesundheit, aber auch der (Arbeits-)Alltag und die Fähigkeit, die Summe aller Talente in ein System einzugliedern.
Haus 7
Das ist der Bereich der Begegnungen. Kontakte aller Art gehören dazu. Offene Feinde ebenso wie die Partnerschaft.
Haus 8
Die Transformation. Tabus, Geheimnisse, Schattenthemen liegen hier eng beieinander. Zugleich ein großer Fundus an Intensität und Regenerationskraft.
Haus 9
Das Hauptthema lautet hier: Horizonterweiterung. Das umfasst weite Reisen ebenso wie hohe Bildung oder die Beschäftigung mit Philosophie oder Religion.
Haus 10
Der Höhepunkt. Gesellschaftliche Anerkennung ist hier vermerkt, dazu passend: die Berufung. Neben Ruhm und Ehre liegt aber der tiefe Abgrund gesellschaftlichen Scheiterns.
Haus 11
Die Wahlverwandten. Freundschaften, Interessensgruppen, Vereine - überall dort, wo man sich aus gemeinsamer Neigung zusammentut.
Haus 12
Die Auflösung. Ein spiritueller Bereich. Hier wird nicht mehr zwischen Ich und Du unterschieden. Die geistige Sphäre. Manchmal daher auch das Kloster - aber eben auch das Gefängnis oder das Krankenhaus.
Auf den ersten Blick ist nicht immer erkennbar, was die einzelnen Themen in einem Haus miteinander zu tun haben. Wo beispielsweise ist die Verbindung zwischen Gefängnis und Spiritualität? Das zwölfte Haus symbolisiert das Heraustreten aus dem Alltag. Das ist in meditativer Versenkung ebenso möglich wie hinter schwedischen Gardinen. Auf welche Art und Weise man das lebt, sagt das Horoskop alleine nicht.
Die Planeten sind nun innerhalb dieser zwölf Häuser verteilt. Und diese Verteilung ist hoch individuell. Selbst zwei Menschen, die am gleichen Tag geboren wurden, haben andere Verteilungen. Tatsächlich sind die Horoskophäuser der persönlichste Faktor im Geburtsbild!
Nehmen wir die Frage: "In welchem Haus steht dein Mond?". Der Mond steht in der Astrologie als Symbol für seelisches Wohlbefinden. Je nach Häuserstellung kann dieses seelische Wohlbefinden eben an anderer Stelle zur Entfaltung kommen. Ein Mensch mit Mond im ersten Haus fühlt sich wohl, wenn er sich durchsetzen kann (denn das erste Haus zeigt den Lebensbereich Durchsetzung an). Mit Mond im neunten Haus ist man hingegen ein Weltenbummler, der sich überall daheim fühlt. Ein Mensch mit Mond im elften Haus braucht Gleichgesinnte, um sich so rundum wohl zu fühlen.
Genau so kann man mit den anderen Himmelskörpern verfahren: die Häuserstellung von Uranus, dem Planeten der stetigen Veränderung, gibt Hinweise, wo die meiste Unruhe im Leben herrscht. Mit Uranus im vierten Haus (Familie), wird es schwierig, ein kuscheliges, behagliches Nest zu bauen. Uranus in Haus 10 (Beruf) weist auf einen Karriereweg hin, der von zahllosen, überraschenden Brüchen und Irrwegen begleitet ist.
In diesem Sinne werden die Planeten einschließlich Sonne und Mond in den Häusern des Horoskops gedeutet.
Mehr noch als die Tierkreiszeichen lässt also die Deutung der Häuser Aussagen über die Individualität einer Person zu.
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Nebst der waagerechten findet man daher noch eine senkrechte Linie. Die Sonne geht schließlich nicht nur am Osthorizont auf und am Westhorizont unter, sondern hat irgendwann am Tag auch ihre höchste Stellung erreicht. Man nennt dies den Kulminationspunkt. Bis dorthin steigt sie auf, dann steigt sie wieder ab. Nachts gibt es ein Äquivalent: den tiefsten Punkt der Nacht. Die senkrechte Linie im Horoskop zeigt die Verbindung dieser beiden Punkte: den höchsten und den tiefsten. Und was für die Sonne gilt, gilt für die anderen Himmelskörper gleichermaßen. Auch sie steigen auf, erreichen ihren Kulminationspunkt, steigen ab, gehen unter und erreichen dort dann ihren tiefsten Punkt.
Jetzt hat der Horoskopkreis bereits vier Abschnitte. Wir nennen dies in der Astrologie-Fachsprache "die vier Quadranten". Sie sind ganz einfach durchnumeriert. Doch nicht so, wie die Sonne sich bewegt, sondern genau anders herum. Der Quadrant, in dem sich die Sonne am Vormittag befindet, ist demnach der 4. Quadrant. Dort, wo die Sonne nachmittags ist, ist der 3. Quadrant. Nach dem Sonnenuntergang befindet sie sich im 2. Quadranten und kurz vor Tagesanbruch dann im 1. Quadranten.
So weit so gut. Doch die Feineinteilung des Kreises in einzelne Segmente kann man noch genauer machen. Jeder Quadrant wird nun nämlich in drei Abschnitte eingeteilt. 4 x 3 = 12. Dadurch ergeben sich also 12 Kreissegmente. Diese Segmente nennt man in der astrologischen Terminologie "Häuser" oder auch "Felder".
Auch sie sind numeriert - ebenfalls wieder gegen den Uhrzeiger. Es gibt also 12 Horoskophäuser. Die Stellung der Sonne sagt etwas darüber aus, zu welcher Tageszeit in etwa der Mensch geboren wurde. Steht die Sonne im 1. Haus, so war sie zum Geburtsmoment kurz vor Sonnenaufgang. Steht sie hingegen im 12. Haus, so hatte der Tag bereits angebrochen und die Sonne bewegte sich knapp über dem Horizont.
Die zwölf Häuser im Horoskop dienen aber nicht in erster Linie der Zeitmessung, sondern es handelt sich um Deutungsfaktoren. Denn jedem Haus wird ein eigener Lebensbereich zugeordnet. Jedes Haus hat sozusagen seine eigenen Themen:
Haus 1
Der Körper, die Erscheinung. Aber auch Durchsetzungsvermögen und Neuanfänge.
Haus 2
Die sinnliche Erfahrungswelt. Aber auch die eigenen Talente, der Selbstwert und das Geld.
Haus 3
Die Kontaktfähigkeit. Zudem Kommunikation und Austausch, und auch die Nachbarn sowie Geschwister.
Haus 4
Der seelische Urgrund. Dazu passend: die Familie und das Zuhause.
Haus 5
Der Bereich der Lebensfreude. Spiel, Spaß und Flirt. Auch Hobbies gehören dazu. Manchmal auch Kinder.
Haus 6
Die Gesundheit, aber auch der (Arbeits-)Alltag und die Fähigkeit, die Summe aller Talente in ein System einzugliedern.
Haus 7
Das ist der Bereich der Begegnungen. Kontakte aller Art gehören dazu. Offene Feinde ebenso wie die Partnerschaft.
Haus 8
Die Transformation. Tabus, Geheimnisse, Schattenthemen liegen hier eng beieinander. Zugleich ein großer Fundus an Intensität und Regenerationskraft.
Haus 9
Das Hauptthema lautet hier: Horizonterweiterung. Das umfasst weite Reisen ebenso wie hohe Bildung oder die Beschäftigung mit Philosophie oder Religion.
Haus 10
Der Höhepunkt. Gesellschaftliche Anerkennung ist hier vermerkt, dazu passend: die Berufung. Neben Ruhm und Ehre liegt aber der tiefe Abgrund gesellschaftlichen Scheiterns.
Haus 11
Die Wahlverwandten. Freundschaften, Interessensgruppen, Vereine - überall dort, wo man sich aus gemeinsamer Neigung zusammentut.
Haus 12
Die Auflösung. Ein spiritueller Bereich. Hier wird nicht mehr zwischen Ich und Du unterschieden. Die geistige Sphäre. Manchmal daher auch das Kloster - aber eben auch das Gefängnis oder das Krankenhaus.
Auf den ersten Blick ist nicht immer erkennbar, was die einzelnen Themen in einem Haus miteinander zu tun haben. Wo beispielsweise ist die Verbindung zwischen Gefängnis und Spiritualität? Das zwölfte Haus symbolisiert das Heraustreten aus dem Alltag. Das ist in meditativer Versenkung ebenso möglich wie hinter schwedischen Gardinen. Auf welche Art und Weise man das lebt, sagt das Horoskop alleine nicht.
Die Planeten sind nun innerhalb dieser zwölf Häuser verteilt. Und diese Verteilung ist hoch individuell. Selbst zwei Menschen, die am gleichen Tag geboren wurden, haben andere Verteilungen. Tatsächlich sind die Horoskophäuser der persönlichste Faktor im Geburtsbild!
Nehmen wir die Frage: "In welchem Haus steht dein Mond?". Der Mond steht in der Astrologie als Symbol für seelisches Wohlbefinden. Je nach Häuserstellung kann dieses seelische Wohlbefinden eben an anderer Stelle zur Entfaltung kommen. Ein Mensch mit Mond im ersten Haus fühlt sich wohl, wenn er sich durchsetzen kann (denn das erste Haus zeigt den Lebensbereich Durchsetzung an). Mit Mond im neunten Haus ist man hingegen ein Weltenbummler, der sich überall daheim fühlt. Ein Mensch mit Mond im elften Haus braucht Gleichgesinnte, um sich so rundum wohl zu fühlen.
Genau so kann man mit den anderen Himmelskörpern verfahren: die Häuserstellung von Uranus, dem Planeten der stetigen Veränderung, gibt Hinweise, wo die meiste Unruhe im Leben herrscht. Mit Uranus im vierten Haus (Familie), wird es schwierig, ein kuscheliges, behagliches Nest zu bauen. Uranus in Haus 10 (Beruf) weist auf einen Karriereweg hin, der von zahllosen, überraschenden Brüchen und Irrwegen begleitet ist.
In diesem Sinne werden die Planeten einschließlich Sonne und Mond in den Häusern des Horoskops gedeutet.
Mehr noch als die Tierkreiszeichen lässt also die Deutung der Häuser Aussagen über die Individualität einer Person zu.
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