Was sind Transite

Was sind Transite?, 6.1.2012

Was sind Transite?

Transite
Transite sind Freunde. Jedenfalls in Bezug auf ihre astrologische Bedeutsamkeit. 

Doch erst einmal eine ganz nüchterne, technische Erläuterung: Wenn wir uns ein Geburtshoroskop betrachten sehen wir eine Art "Foto"; einen festgefrorenen Augenblick eines sich ständig verändernden Himmels. Die Planeten bewegen sich ja permanent; im Geburtsbild halten wir fest, wie die Himmelskörper im Moment der Geburt am Firmament standen. Transite nennen wir in der Astrologie nun die Weiterbewegung der Planeten. Der Mond beispielsweise stand drei Tage nach Ihrer Geburt im nächsten Tierkreiszeichen, Jupiter stand sechs Jahre nach Ihrer Geburt sechs Tierkreiszeichen weiter etc. Wir sagen daher: Transite zeigen die "laufenden Planeten" an, oder, anders formuliert: geben Hinweise auf die aktuelle, heutige Zeitqualität. Während das Geburtshoroskop die Zeitqualität des Geburtsaugenblicks abbildet, sind Transite geeignet, die Gegenwart zu beschreiben. Letztlich ist es Aufgabe eines Astrologen zu schauen, wie gut beides zusammen passt.
 
Transite geben den Lebensrhythmus vor

Sehen wir uns nun an, was passiert, wenn Planeten "weiter laufen". Als Beispiel dient hier Saturn. Es bewegt sich mit ca. 29,5 Jahren recht langsam durch den Tierkreis. Das heißt, dass er nach ca. 14 / 15 Jahren seiner Geburtsposition gegenüber steht und nach 29,5 Jahren wieder an seine Ausgangsposition zurück kehrt. Sein Lauf durch den Tierkreis entspricht also einem bestimmten Rhythmus. Ungefähr alle sieben Jahre bildet er einen markanten Aspekt auf seine Ausgangsstellung, also seine Position im Geburtshoroskop. Das entspricht dem Sieben-Jahres-Zyklus, den Sie auch aus anderen Zusammenhängen kennen. Man kann sagen: Transite geben Rhythmen im Leben vor. Das betrifft nicht nur Saturn mit seinem bekannten 7-Jahres-Rhythmus, sondern auch jeden anderen Himmelskörper. Der Mond beispielsweise hat eine Umlaufzeit von ca. 27,5 Tagen; ebenfalls ein Rhythmus von ca. der Dauer eines Monats. Jupiters Zyklus dauert zwölf Jahre. Der von Mars zwei Jahre. Und so weiter.

Uranus - Pluto: Der Geist der Revolution

Astrologinnen und Astrologen denken in solchen Zyklen. Die gesamte Erfahrung der Astrologie speist sich daraus. Wenn beispielsweise aktuell am Himmel eine astrologische Beziehung von Pluto und Uranus zu erkennen ist, so schauen Astrologen, wann in der Vergangenheit das schon mal der Fall war uns welche Ereignisse seinerzeit stattgefunden haben. Bei der letzten Uranus-Pluto-Begegnung war es das Aufbegehren der Benachteiligten; es war Mitte / Ende der 60er Jahr, also die Zeit, die gekennzeichnet ist durch die Studentenrevolte, durch die Freiheitskämpfe der Black-Power-Bewegung, durch das Aufbegehren der Schwulen und so weiter. Auch als Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug, gab es eine Uranus-Pluto-Verbindung am Himmel; erneut eine Infragestellung einer Autorität. Die Liberale Revolution in Portugal 1820 fand unter einer Begnung zwischen Pluto und Uranus statt. Auch der Arabische Frühling des Jahres 2011 geht mit einer Pluto-Uranus-Konstellation einher. Man sieht: zu verschiedenen historischen Zeiten gab es unter gleichen Himmelserscheinungen ähnliche Themen. Wie im geschichtlichen Ablauf können wir dergleichen auch bei einer Einzelperson entdecken; Themen kommen (oft in neuem Gewand) wieder. Man bearbeitet im Laufe seiner Biografie eine Sache oft mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln. Transite helfen dabei, zu erkennen, was jetzt ansteht und in welchem Zusammenhang das aktuelle Thema mit den bisherigen Lebenserfahrungen steht. 

Ein Beispiel aus der Praxis
 
Dazu ein konkretes Beispiel: Ein Klient von mir besuchte mich, während der transitierende Pluto ein Quadrat auf seine Geburtssonne warf. Da er sich nicht mit Astrologie beschäftigte, war das etwas, was er natürlich nicht wusste. Das Thema, weshalb er meine Beratung in Anspruch nahm, lautete: Bossing. Also Mobbing vom Chef aus. Sein Vorgesetzter schikanierte ihn, machte ihn fertig und weidete sich an seiner Hilflosigkeit; so berichtete mir es der Klient im Beratungsgespräch.
Ich stellte fest, dass es in seinem Leben bei seinem Geburtshoroskop schon einmal eine Begegnung zwischen Sonne und Pluto gegeben hatte; nämlich wenige Jahre nach seiner Geburt. Daher vermutete ich einen Zusammenhang zwischen dieser frühen Zeit seines Erdendaseins und der aktuellen Situation. Tatsächlich gab es in seinen sehr jungen Jahren einen Vorfall, der inhaltliche Ähnlichkeit aufwies. Er war seinerzeit Opfer eines übergriffigen Vaters gewesen. Damals der Vater, jetzt der Chef. Der Kosmos hat es so eingerichtet, dass der Klient jetzt erneut eine solche Opferrolle erlebt – doch diesmal nicht als hilfloses Kleinkind, sondern als verteidigungsstarker Erwachsener. Diesen Zusammenhang zu erkennen half ihm, mit der gegenwärtigen Situation besser klar zu kommen. Ihm wurde bewusst, warum ihn die dummen Bemerkungen seines Chefs so arg verletzen konnten und er verstand, dass er, wenn er sich jetzt zur Wehr setzte, geradezu nachträglich auch seinem (inzwischen längst verstorbenen) Vater ein Stopp gäbe.
 
Am Anfang dieses Artikels habe ich geschrieben: Transite sind Freunde. Dieses Beispiel soll zeigen, wie ich das meine. Eine rein auf Äußerlichkeiten bezogene Astrologie würde hingehen und sagen, dass der gegenwärtige Pluto-Transit bei diesem Klienten Übel verursacht habe. Denn Bossing ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Das stimmt, wenn man die Rhythmen außer acht lässt. Berücksichtigt man die gesamte Biografie, dann bot der aktuelle Transit dem Klienten die Chance, selbst eine sehr alte Erfahrung noch einmal umdeuten zu können. Zu sehen, dass er sich jetzt schützen und wehren kann, verhalf ihm insgesamt aus einer zur Passivität neigenden Haltung heraus. Mit Hilfe des Betriebrats und eines starken Auftretens ist es ihm tatsächlich gelungen, Momente herbeizuführen, in denen sich der Vorgesetzte öffentlich entschuldigen musste. Zudem bekam er von der Firma eine Entschädigung. Unabhängig davon suchte er sich eine neue Stelle.
 
Transite sind Freunde – wenn wir sie verstehen. Ihr Astrologe hilft Ihnen dabei gerne ;-)

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