Wie entsteht ein Problem?
Wie entsteht ein Problem?, 28.03.2007
Ein Gastbeitrag von Sabine Bends
Im Rahmen der
Phoenix Astrologie Fachtage zum Thema “Horoskope sind Lösungen”, die dieses Jahr zum zweiten Mal vom 23. bis 25. März in München stattfanden, haben wir den Freitag Abend mit verschiedenen Fragestellung begonnen. Ich, Sabine, habe den Vortragsreigen eröffnet mit der Fragestellung:
Wie entsteht ein Problem?
Beispiel: Terminabsage eines Freundes
Reaktion a: Freude, weil man Zeit für etwas anderes hat.
Reaktion b: Enttäuschung, weil man Lust dazu hatte und jetzt nicht bekommt, was man wollte.
Bei Reaktion a hat man ein Problem. Bei Reaktion b hat man kein Problem. Wäre der Termin nicht abgesagt worden, hätte man das Problem, wenn man eigentlich keine Lust mehr auf das Treffen hat. Daraus lerne ich: Das Problem liegt niemals in den Umständen, also in dem, was geschieht. Sondern das Problem entsteht erst durch meine Reaktion auf das Geschehen. Ich untersuche das “Problem” genauer und möchte wissen, was genau die Enttäuschung oder das schlechte Gefühl verursacht.
Die Terminabsage und nachfolgende Enttäuschung ergeben das Problem. Die Terminabsage allein bewirkt noch gar nichts. Das Geschehen an sich erzeugt kein Problem. Doch sobald etwas geschieht, hefte ich gedanklich eine Bewertung daran: “Das ist schlecht. Ich bin enttäuscht.” Oder “Das ist gut. Ich freue mich.”
Ohne die gedankliche Bewertung gäbe es also kein Problem. Probleme entstehen also in unserem Kopf. Spirituelle Traditionen sagen: Nichts außerhalb unserer selbst kann uns Leid zufügen. Allein die Gedanken, Urteile und Bewertungen, die wir an das Geschehen heften, bescheren uns Leid oder Freude.
Daraus folgt unmittelbar, dass alles aus einer Betrachtungsweise entsteht und von unserer Perspektive abhängt. Es gibt im Grunde kein “Problem” und keine “Lösung”, außer in unserem Kopf. Wären wir in der Lage, alles, was ist, vorurteilsfrei zu akzeptieren und gleichermaßen zu lieben, hätten wir kein Problem.
Das ist im Grunde der Zustand der Erleuchtung. Nun sind die meisten von uns nicht in diesem Zustand (was ich hiermit aber eigentlich nicht bekräftigen möchte, denn wenn wir Erleuchteten Glauben schenken wollen, müssen wir uns einfach nur an diesen Zustand erinnern und sind tatsächlich niemals von ihm entfernt). Aber viele von uns fühlen es offenbar noch nicht.
Vielleicht gibt es ja einen Weg dorthin, einen Weg der Erinnerung. Einer davon ist der Weg, unsere Gedanken, Urteile und Bewertungen zu hinterfragen. Ich selbst bin auf diesen Weg gekommen, als Saturn an meinem AC stand und ich gerichtlich verurteilt wurde. Das stand so sehr im Konflikt zu meiner eigenen Gedanken- und Wahrnehmungswelt und hat mir so viel Leid bereitet, dass ich angefangen habe, Verantwortung für meine Gedanken, Urteile und Bewertungen zu übernehmen.
Unser Denken ist ein sich selbst bestätigender Mechanismus. Unser Verstand denkt etwas, das heißt eigentlich: er nimmt einen Gedanken auf. Denn Gedanken sind noch nicht einmal ein Produkt von uns selbst. Sie sind universell und kommen uns einfach in den Sinn. Wie Vögel, die kurz durch unseren Garten fliegen. Sobald wir einen dieser Vögel festhalten, uns also an einen Gedanken heften, glauben wir diesen Gedanken, wenn wir ihn nicht hinterfragen. Unser Verstand sucht dann automatisch Beweise für die Richtigkeit dieses Gedankens. Seine Aufgabe ist es nämlich, Recht zu haben. Ab diesem Moment können wir nicht anders als die Welt genau so zu sehen wie wir denken. Unsere Wahrnehmung wird von diesem Gedanken, an den wir uns geheftet haben, geprägt.
Das ist im übrigen auch der Ursprung von Projektion. Alles, was wir wahrnehmen, wurde in uns zuvor gedacht. Dabei kann das ablehnendes Denken oder Wunschdenken sein – das spielt keine Rolle. Unsere Gedanken sind dazu bestimmt, sich zu realisieren. Sie erschaffen unsere Wirklichkeit.
Wenn wir leiden und ein Problem haben, können wir nun also:
- auf der äußeren Symptomebene herumdoktorn (den Freund für die Terminabsage kritisieren, auf unsere Mutter einreden, dass sie nicht so oft anruft). Wir alle tun das. Und setzen uns damit in den Widerstand zur Realität. Das erzeugt meist nur weiteres Leid, weil wir die Dinge um uns herum nicht kontrollieren können. Wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass wir andere Menschen nur bedingt ändern können, größere gesellschaftliche Systeme noch schwerer (Schulsystem) und universelles Geschehen (Erdbeben) fast gar nicht. Dennoch beschäftigen wir uns pausenlos mit den Umständen und holen uns ständig neue Beulen.
- unser Denken hinterfragen. Das bedeutet in der Konsequenz nicht, dass uns das Leben und die Umstände egal werden. Wir hören nur auf, alles kontrollieren zu wollen, tun was wir können und überlassen den Rest dem Lauf der Dinge, ohne in uns Widerstand und damit Leid gegen das Geschehen zu erzeugen.
Ich habe dann im weiteren Verlauf des Abends anhand des Beispiels einer Klientin, die zur Beratung bei mir war, einen einfachen Frageprozess namens “The Work” von Byron Katie vorgestellt, mit dem wir unser Denken hinterfragen können. Wer sich dafür interessiert, kann auf Katies Seite mehr darüber erfahren: www.thework.com. Den Fragebogen samt Anleitung auf Deutsch findet man auf: http://web.archive.org/web/20030408003616/thework.com/pdf/GermanWorksheet.pdf .
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Wie entsteht ein Problem?
Beispiel: Terminabsage eines Freundes
Reaktion a: Freude, weil man Zeit für etwas anderes hat.
Reaktion b: Enttäuschung, weil man Lust dazu hatte und jetzt nicht bekommt, was man wollte.
Bei Reaktion a hat man ein Problem. Bei Reaktion b hat man kein Problem. Wäre der Termin nicht abgesagt worden, hätte man das Problem, wenn man eigentlich keine Lust mehr auf das Treffen hat. Daraus lerne ich: Das Problem liegt niemals in den Umständen, also in dem, was geschieht. Sondern das Problem entsteht erst durch meine Reaktion auf das Geschehen. Ich untersuche das “Problem” genauer und möchte wissen, was genau die Enttäuschung oder das schlechte Gefühl verursacht.
Die Terminabsage und nachfolgende Enttäuschung ergeben das Problem. Die Terminabsage allein bewirkt noch gar nichts. Das Geschehen an sich erzeugt kein Problem. Doch sobald etwas geschieht, hefte ich gedanklich eine Bewertung daran: “Das ist schlecht. Ich bin enttäuscht.” Oder “Das ist gut. Ich freue mich.”
Ohne die gedankliche Bewertung gäbe es also kein Problem. Probleme entstehen also in unserem Kopf. Spirituelle Traditionen sagen: Nichts außerhalb unserer selbst kann uns Leid zufügen. Allein die Gedanken, Urteile und Bewertungen, die wir an das Geschehen heften, bescheren uns Leid oder Freude.
Daraus folgt unmittelbar, dass alles aus einer Betrachtungsweise entsteht und von unserer Perspektive abhängt. Es gibt im Grunde kein “Problem” und keine “Lösung”, außer in unserem Kopf. Wären wir in der Lage, alles, was ist, vorurteilsfrei zu akzeptieren und gleichermaßen zu lieben, hätten wir kein Problem.
Das ist im Grunde der Zustand der Erleuchtung. Nun sind die meisten von uns nicht in diesem Zustand (was ich hiermit aber eigentlich nicht bekräftigen möchte, denn wenn wir Erleuchteten Glauben schenken wollen, müssen wir uns einfach nur an diesen Zustand erinnern und sind tatsächlich niemals von ihm entfernt). Aber viele von uns fühlen es offenbar noch nicht.
Vielleicht gibt es ja einen Weg dorthin, einen Weg der Erinnerung. Einer davon ist der Weg, unsere Gedanken, Urteile und Bewertungen zu hinterfragen. Ich selbst bin auf diesen Weg gekommen, als Saturn an meinem AC stand und ich gerichtlich verurteilt wurde. Das stand so sehr im Konflikt zu meiner eigenen Gedanken- und Wahrnehmungswelt und hat mir so viel Leid bereitet, dass ich angefangen habe, Verantwortung für meine Gedanken, Urteile und Bewertungen zu übernehmen.
Unser Denken ist ein sich selbst bestätigender Mechanismus. Unser Verstand denkt etwas, das heißt eigentlich: er nimmt einen Gedanken auf. Denn Gedanken sind noch nicht einmal ein Produkt von uns selbst. Sie sind universell und kommen uns einfach in den Sinn. Wie Vögel, die kurz durch unseren Garten fliegen. Sobald wir einen dieser Vögel festhalten, uns also an einen Gedanken heften, glauben wir diesen Gedanken, wenn wir ihn nicht hinterfragen. Unser Verstand sucht dann automatisch Beweise für die Richtigkeit dieses Gedankens. Seine Aufgabe ist es nämlich, Recht zu haben. Ab diesem Moment können wir nicht anders als die Welt genau so zu sehen wie wir denken. Unsere Wahrnehmung wird von diesem Gedanken, an den wir uns geheftet haben, geprägt.
Das ist im übrigen auch der Ursprung von Projektion. Alles, was wir wahrnehmen, wurde in uns zuvor gedacht. Dabei kann das ablehnendes Denken oder Wunschdenken sein – das spielt keine Rolle. Unsere Gedanken sind dazu bestimmt, sich zu realisieren. Sie erschaffen unsere Wirklichkeit.
Wenn wir leiden und ein Problem haben, können wir nun also:
- auf der äußeren Symptomebene herumdoktorn (den Freund für die Terminabsage kritisieren, auf unsere Mutter einreden, dass sie nicht so oft anruft). Wir alle tun das. Und setzen uns damit in den Widerstand zur Realität. Das erzeugt meist nur weiteres Leid, weil wir die Dinge um uns herum nicht kontrollieren können. Wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass wir andere Menschen nur bedingt ändern können, größere gesellschaftliche Systeme noch schwerer (Schulsystem) und universelles Geschehen (Erdbeben) fast gar nicht. Dennoch beschäftigen wir uns pausenlos mit den Umständen und holen uns ständig neue Beulen.
- unser Denken hinterfragen. Das bedeutet in der Konsequenz nicht, dass uns das Leben und die Umstände egal werden. Wir hören nur auf, alles kontrollieren zu wollen, tun was wir können und überlassen den Rest dem Lauf der Dinge, ohne in uns Widerstand und damit Leid gegen das Geschehen zu erzeugen.
Ich habe dann im weiteren Verlauf des Abends anhand des Beispiels einer Klientin, die zur Beratung bei mir war, einen einfachen Frageprozess namens “The Work” von Byron Katie vorgestellt, mit dem wir unser Denken hinterfragen können. Wer sich dafür interessiert, kann auf Katies Seite mehr darüber erfahren: www.thework.com. Den Fragebogen samt Anleitung auf Deutsch findet man auf: http://web.archive.org/web/20030408003616/thework.com/pdf/GermanWorksheet.pdf .
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